Anderes köstliches, Brot

Eine Geschichte aus alten Zeiten und einem Rezept für Karamell – Bananen – Walnuss Brot. Ich knie nieder!

Da sitze ich: Andächtig. Den Blusenkragen fein gebügelt. Lebenerfahrene 5 Jahre alt. Die Haare sind zu kurz für einen Dutt. Deshalb ist es nur eine Palme (die ich so sehr gehasst habe, dass ich sie jenen Tages kurzerhand mit der Gartenschere abschnitt). Meine Omi strahlt. Sie hat Bananenbrot gebacken. Und ich: Ich könnte heulen. Ich hass(t)e Bananenbrot. Der Geschmack war mir stets zu penetrant und irgendwie fand ich dieses Bananenbrot total unsexy. Ich wollte lieber Donauwelle. Oder Schwarzwälderkirsch oder irgendeinen anderen köstlichen Kram, frisch eingeflogen aus Kalorienreichhausen.

Neulich, ein paar (viele) Jahre später wünschte sich der heimische Herr Liebling: BANANENBROT. Ich fasse es nicht. Gefühlt war ich grade erst selbst alt genug um meiner Oma auf nettester Art und Weise klar zu machen, dass ich getrost auf ihr Bananenbrot verzichten könnte. Da war er. Der Tag X. Ich stellte mich hin und backte. Du ahnst es: BANANENBROT. Mit dem Ergebnis: Total unzufrieden. Nicht zufriedenstellende Backergebnisse lösen in mir eine Art Phobie aus. Bananenbrot NO 2 geht in den gewärmten Ofen. Besser. Besser ist aber nicht gut genug. Herr Liebling ist bereits im Bananenkuchenhimmel. Schwebt wie Garfield auf der Lasagnewolke durch die Küche und grinst. High vor gebackenen Bananenbrotgeruch. Ich backe: NO 3. Rieche nach sorgfältigem Feintuning der Zutaten am Brot und denke: „HEY, BABY, du riechst aber gut!“ Ich wage es. Probiere und FLIPPE AUS. Ich bin geheilt und stelle fest: Fortan ist ein Leben ohne Bananenbrot sinnlos. Genauer genommen ist es auch gar kein 08/15 Bananenbrot sondern die „unwiderstehliche Bananenbrot- Karamell-Walnuss Variante mit Mascarponefrosting“. Bananenbrot Karamell Walnuss Törtchenzeit

Was Oma schon wusste: Verwende stets gute Butter. Gute Butter ist das A und O beim Backen. Das ist so sicher wie das Armen in der Kirche. Das Pesto auf der Pasta. Basta. Deshalb bin ich Fan. Fan von Lurpark. Die Dänen die wissen nämlich wie man gute Butter macht und sie hübsch verpackt. Genau das richtige für so nen Foodie – wie mich. Oder dich. Deshalb hab ich mitgemacht und den netten Herren von Lurpak zwei, drei Fragen beantwortet.

Backzutaten Törtchenzeit Bananenbrot

Die wollten nämlich wissen, was es bedeutet ein Food Lover zu sein: Hey, im ernst. Leute. Guckt mich doch an, ich drapiere Lebensmittel, steche kleine Herzchen in Butter, stelle mich auf waghalsige Stuhlkonstruktionen, um das Ganze fotografisch festzuhalten und suche Lebensmittel im Supermarkt des Vertrauens nach der Schönheit ihrer Verpackung aus. Wo gutes drauf ist, ist auch gutes drin. Is so. Deshalb bin ich nen Foodie.

Und wenn es mal schnell gehen muss, was zauber ich dann?  Dann kauf ich Tortellini. Frische. Vom Italiener nebenan. Gefüllt mit Gorgonzola. Dann schwenke ich Sie in einer viel-mehr-als-nötigen Menge Butter, bis sie vor Glück goldbraun werden und schupse noch ein paar Salbeiblätter hinterher. Was willste mehr?

Dann fragten sie frecherweise noch, was ich koche, wenn der Tag nicht ganz so nett zu mir war (was natürlich nie nie nieeee passiert) : Dann gebe ich Gas und lenke mich mit Kochen ab. Oder backen. Mein herzhaftes Leibgericht: Süßkartoffelpüree, Rotweincharlotten und ein feines Stück Rinderfilet vom Lieblingsbauern ums Eck.

Und wisst ihr was? Mein chaotischtes Küchenerlebnis? Ich sage nur: Zimtschnecken und der Tag, an dem ich Zimt mit dem Pommesgewürz vertauschte.

Nun aber zack zack zum neuen Lieblingsrezept. Es hat mir mein Herzchen gebrochen.

Zutaten:

  • 3 Bananen, reif, geschält
  • 160 g Butter
  • 100 g brauner Zucker
  • 120 g Vollkornmehl
  • 100 g Weizenmehl Typ 405
  • 60 Walnüsskerne
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 2 EL Karamellbrotaufstrich
  • 3 Eier
  • 1/2 TL Salz

Für das Frosting:

  • 80 g Mascarpone
  • 3 EL Milch
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Banane
  • 1 EL Karamellbrotaufstrich

Werkzeug:

  • Backpapier
  • Kastenform ca. 20×10 cm

Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Die Form am Boden mit Backpapier auslegen. Die Seiten einfetten.

Butter mit Zucker in eine große Rührschüssel geben und für zwei Minuten mit dem elektrischen Rührer oder der Küchenmaschine schaumig schlagen. Die Bananen mit einer Gabel fein zerdrücken und alle anderen Zutaten, bis auf die Walnüsse hinzufügen. Für eine Minute vermengen, dann die Nüsse mit einem Löffel unterheben.

Den Teig in die Form geben und das Brot für ca. 35 Minuten backen. Das Brot in der Form auskühlen lassen und dann vorsichtig auslösen. In der Zwischenzeit das Frosting vorbereiten. Dazu die Mascarpone mit der Milch und dem Mark der Vanilleschote mischen und das Brot damit an der Oberseite bestreichen. Die Banane kurz vor dem servieren in dünne Scheiben schneiden und damit belegen. Mit einem Esslöffel Karamellaufstrich dekorieren. Wer jetzt völlig verrückt ist, gibt noch ein paar Flocken Fleur de Sel drauf, ich finde das schmeckt krachermäßig. Übrigens: Du kannst das Brot auch ohne Frosting machen- ist ja klar. Wenn du die Scheiben dann toastet und ein bißchen gesalzene Butter drauf gibst, könnte dich und deine Geschmacksnerven das ziemlich glücklich machen.  Bananenbrot Frosting Karmamell

Ps: Gestern stand ich vor Omis Türe. Mit meinem Bananenbrot. Sie hat keinen Ton gesagt, aber gegrinst wie ein Honigkuchenpferd.

Danke für die feine Kooperation mit LURPAK. Vor allem aber, dass ich für euch backen dürfte und zwar BANANENBROT. Ich scheine geheilt. YAY!

Probier‘ es doch mal, dieses Bananenbrot und lad‘ mich dann bitte ein. Hihi….

Mach es dir schön, es ist Sonntag. Und Ostern! Happy Eiersuche und die schönste Zeit, die du dir schnappen kannst.

All you need is sweet, Jessi.