Tag

Hefe

Anderes köstliches, Torten

(M)ein Lieblingsrezept für Hefeschnecken mit Granatapfel, viel weißer Schoki und einem Kaffeedate!

Zimtschnecken und andere Variationen der hübsch gerollten und reichhaltig gefüllten Heferolle gelten ja als Psychotherapeuten unter den Backwaren. Die sind ein Retter in jeder Lebenslage. Die Klassiker – Variante gab es ja HIER schon mal, jetzt ist es Zeit für einen richtigen, Kalte Tage-Wohlfühlkracher. Zimtschnecken (ohne Zimt), also Hefeschnecken, mit weißer Schoki und meinem Lieblingsfrüchtchen, dem Granatapfel.
Einen kleinen Haken gibt’s natürlich. Wie so oft im Leben. Sagen wir es so: Wenn die Sache mit der Hefe nicht wäre. Ich bin ein riesen Hefe – Fan. Vom Hefeteig essen zumindest. Vom Hefeteig machen eher nicht so. Ich hatte da mal ein Rezept, das hat zuverlässig funktioniert. Bis zum Tag X. Da lag er. Der Hefeteig, so groß wie ein Häufchen Elend. Und ich auch. War der schöne Teig mir doch schon dutzende Male vorbildlich gelungen. Ein Rätsel. Ein ziemlich großes sogar. So fabrizierte ich am Tag X dreimal das exakt gleiche, sonst so gelingsichere Rezept, was auf einmal eben dreimal nicht mehr gelang. Da war sie hin. Die Laune und natürlich auch der Teig. Worans liegt? Ich glaube der Winter ist schuld. Du lachst? Im Sommer funktioniert er. Immer. Vielleicht ist dem armen Kerl einfach zu kalt im Winter, trotz Heizung, trotz Backofenlicht, um das eigentlich richtige Volumen zu erreichen.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man hat ja so etwas wie einen Telefonjoker im Leben.Tante Sigrud in diesem Fall. Die ist Königin der Hefe und hat nicht nur zu meinem Schnecken-Hyper, sondern auch zu deinem Glück ein ziemlich gelingsicheres Rezept, für alle Hefeschisser oder eleganter formuliert: Für alle, die mit Hefe einfach nicht warm werden.

Hefeschnecken Granatapfel Törtchenzeit

Was könnte zu feinen Granatapfel-Schoki-Schnecken passender sein als ein feiner CaffèCrema? Na, mir würde nichts einfallen. Wie passend, dass Melitta mit ihrer neuen „Melitta BellaCrema Selection des Jahres 2017″ einen verdammt köstlichen Kaffee mit
aromatisch-fruchtigen Mayuma- Bohnen aus Papua-Neuginea vorstellt. Der wird bei den besten Temperaturen und viel Niederschlag unter perfekten Bedingungen angebaut, per Hand geerntet und schmeckt wahrscheinlich deshalb genauso gut. Warum ich dir das erzähle? Weil die Röstung auf den Punkt fantastische Granatapfel-Nuancen hervorbringt., ja wirklich- und deshalb ist er das perfekte Geschmacksdate für die Hefeschneckchen. Es kommt noch besser: Es gibt ihn nicht nur als hübsche Bohne, sondern auch als Pads für dein Maschinchen.

Toertchenzeit Melitta Zimtschnecken

und hier kommt’s das Rezept für die Schoki- Granatapfel Hefeschneckchen:
(Für eine ordentliche Form voller Zimtschnecken, dich allein oder auch für 3-4, ganz wie du magst)
  • 1000g Mehl , Typ 405
  • 160g Butter
  • 160 g Zucker
  • 500 ml Milch / 3,5 % Fettgehalt
  • 1 Päckchen frische Hefe
  • 1 Prise Salz
Für die Füllung:
  • 4 EL Butter
  • 150 g weiße Schokolade, sehr fein geraspelt
  • Kerne eines halben Granatapfels
  • 4 EL Zucker, braun
  • etwas Mehl zum bemehlen der Arbeitsfläche
  • Pinsel
  • Backpapier
  • Teigrolle
  • Backform /gern auch eine Springform, Durchmesser 25-28 cm

 

Die Milch in einen Topf geben und bei mittlerer Hitzezufuhr erwärmen, den Zuckerhinzugeben und ebenso die Hefe hineinbröseln. Die Milchmasse mit einem Schneebesen solange verühren, bis sich Zucker und Hefe aufgelöst haben. Das Mehl in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine große Mulde formen. Die Milch-Hefeflüssigkeit hineinschütten und das Salz ebenfalls zugeben.
Mit dem Knethaken des elektrischen Rührers oder der Küchenmaschine nur so kurz vermengen, bis sich alle Zutaten verbunden haben. Den Teig dann nochmal kurz mit den Händen zu einer großen Kugel formen und in eine zweite, unbedingt sehr saubere und fettfreie Schüssel geben. Ein Küchenhandtuch über die Schüssel mit dem Teig legen und an einen warmen Ort stellen.
Ich nutze hierfür gern die Heizung, ist im Winter ja praktischerweise eh an. Für 90 Minuten gehen lassen und den Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche kräftig durchkneten und ca. 30×40 cm groß ausrollen. Der Teig sollte nicht dicker als 0,5 cm sein.
Die Butter in einem Topf bei niedriger Temperatur schmelzen und mit einem Pinsel bestreichen. Die geraspelte Schokolade auf den Teig geben, ebenso die 3/4 der Garanatapfelkerne. Die Backform am Boden mit Backpapier auslegen. Den Teig nun der Länge aufrollen, dann der Länge nach in gleichmäßige, ca. 4cm dicke Scheiben schneiden und diesen nebeneinander von außen nach innen mit jeweils mind. 1cm Abstand in die Form legen und mit einem Handtuch abdecken und für 25 Minuten ruhen
lassen. Den Ofen nun auf 170 Grad / Umluft vorheizen und die Schnecken dann für 20-25 Minuten backen. Die restlichen Granatapfelkerne im Anschluss darüber streuen.
Hefeschnecken weiße schokolade Toertchenzeit
Die zweite Ladung meiner Schnecken ist schon im Ofen, vielleicht mein neues Hauptnahrungsmittel. Bikinifigur hat ja noch locker 3 Monate Zeit. Lass‘ es dir schnmecken,
all you need is sweet,
Jessi
PS 1: Merci an Melitta, für diese köstliche Kooperation. Dieser Beitrag enthält deshalb
Werbung, meine Meinung ist jedoch nicht käuflich!
PS 2: Amanda, danke für die wundervollen Fotos- wie so oft und fürs vernichten der
Schnecken- mit mir zusammen versteht sich!

 

Anderes köstliches

Heissa! Rezept für meine Lieblingslieblings-Mohnkringel

Die Massen applaudieren, aus schwindelerregender Höhe blicke ich herab, sehe Gesichter, die mindestens genauso gespannt sind wie ich auch… Ich schwebe los, springe im Spagat nach oben und lande auf dem Drahtseil, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Geschafft! Früher, als ganz kleine Jessi, da wollte ich Drahtseiltänzerin werden. Im Zirkus oder im Cirque de Soleil. Hauptsache in schwindelerregender Höhe.

Rythmuslosigkeit, zu große Füße und meine nicht ganz so grazile Art ließen den Traum platzen, noch bevor ich das wort Drahtseil buchstabieren konnte. Umso schöner, dass ich heute als kleine Foodbloogerin die Möglichkeit habe, den Traum in der Light Version auszuleben.

Balanciernd zwischen Massivholztischplatte und Retrostuhlkante ziele ich auf das heutige Objekt der Begierde: Diese köstlichen Mohnkringel. Besser gesagt: Meine herzallerliebsten Lieblingsmohnkringel. Den Kameragurt zur Sicherheit fest um meinen Hals fixiert, stelle ich scharf. Hach, die wollen einfach nicht alle aufs Bild. Heute wohl keine Lust auf Mannschaftsfoto. Die übrig zu wünschende Deckenhöhe der geliebten vier Wände hätte mir schon noch ein paar Zentimeterchen nach oben spendieren können, dann würde ich jetzt nicht nur meinen heißgeliebten Dutt plattdrücken, sondern hätte auch keinen Nackenschaden.

mohn kringel toertchenzeit alle

Ich arbeite an der optimalen Inszinierung der kleinen Kringel, zoome…. zoome….stelle scharf…. und knalle. Knalle Kopfüber mitten in den Mohnkringelhimmel. Zum ersten Mal in meinem Endzwanziger Leben weiß ich,  wofür diese bisher völlig überbewertenden Stuhlbeinstopaufkleberdinger gut sind. Sie sorgen dafür, dass Stühle nicht so rutschen. Ach ja richtig. Manchmal wird man sich dem Sinn einiger Sachen erst bewusst, wenn man sie zum ersten Mal gebraucht hätte. Es quasi zu spät ist.

Meine große Vorstellung ist vorbei. Panisch versuche ich Herr der Lage zu werden und mich zu orientieren. Mohnkringel leben – check. Geliebten superduper Antikmarkttellerchen leben – check. Kamera scheint unverwundert – lebt – check. Vorsichtig schaue ich an mir selbst herunter. Alle Gliedmaßen sind an Ort und Stelle, ich sehe keine Trümmerteile im Wohnzimmer. Hei ei ei. Gefühlte acht Minuten nach meinem Unfall kommt Herr Liebling ins Wohnzimmer getrabt, um sich den urgleichlauten Knall zu erklären. Leicht benommen habe ich mich wieder aufgerafft und sehe kaum wichtigeres als die Fotoausbeute zu prüfen. Da hab ich Sekunden vorm Abflug tatsächlich noch ein köstliches Foto in den Kasten bekommen. Na wengistens etwas!

hefe mohn kranz

Bevor weitere Unglücke passieren, hier das Rezept für mindestens acht unwiederstehliche Mohnkringelchen oder einen großen Mohnkringel, ganz wie du es magst.  Hätte ich erwähnt, dass die kleinen so was von köstlich sind, dass ich bereits vor ihrer Ablichtung drei vernichtet habe? Zudem: meag easy peasy und mit den üblichen „hab ich noch zu Hause-Zutaten“ hergestellt.

 Zutaten

  • 480 g Mehl
  • 1 Priese Salz
  • 100 ml Milch, lauwarm
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 1 Eigelb
  • 80 g Zucker
  • 5 EL Mohnback plus Anteil Milch (steht immer auf der Packung und varriert etwas)

Werkzeuge

  • Teigrolle
  • Backpapier
  • scharfes Messer

Hefe und Zucker in einer Schüssel vermengen und die lauwarme Milch hinzufügen und mit einem Schneebesen vermengen. Für ca. 5 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Blasen gebildet haben. Das Eigelb, die geschmolzene Butter, Mehl und Salz hinzugeben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine vermengen. Alternativ geht das natürlich auch mit den Händen – macht Muckis! Den Hefeteig zu einem großen Ball formen, in eine fettfreie Schüssel legen und mit einem Handtuch bedeckt eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis die Menge sich mindestens verdoppelt hat. Den Ofen nach 45 Minuten auf 190 Grad Umluft vorheizen, den Teig mit den Händen erneut durchkneten (diese dafür am besten vorher nochmals leicht bemehlen) und auf der Arbeitsfläche ein großes Rechteck ausrollen, so dass der Teig ca. 1 cm dick ist.

Den Mohnback mit der vorgegebenen Menge Milch anmischen und gleichmäßig auf der Fläche verteilen. Die Seiten der Länge nach von außen nach innen jeweils bis zur Hälfte stramm aufrollen, in der Mitte der beiden Rollen einen Schnitt mit einem Messer setzen, so dass man zwei einzelene Rollen hat. Die Enden der jeweiligen Rollen andrücken.
Nun je eine Rolle der Länge nach halbieren bzw. vierteln, je nach dem wie dick zu die Kränzchen haben möchtest. Anfängern empfehle ich sie zu halbieren, das ist leichter.

Dann die durchtrennten Hälften am Ende zusammendrücken und mit der offenen Seite nach oben immer wieder übereinander schlagen. Am Ende zu einen Kreis legen. Wer kleinere Kringel möchte, nimmt die geviertelten Stränge und verfährt ebenso.Die Kringel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und für ca.13-15 Minuten backen, bis sie leicht braun sind. Am liebsten warm genießen.

LIEBLINGSTIPP: Du hast kein Mohnback daheim? Nimm doch einfach geliebten Schokoladenbrotaufstrich – flasht auch richtig ab!

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Vielleicht beschäftige ich mich fortan doch lieber mit der „Frontalfotografie“, scheint mir irgendwie weniger lebensgefährlich.

* Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, der Name des männlichen Statisten wurde aus Rücksichtsnahme und Haussegensgründen geändert.

Ich gönn mir jetzt noch einen Kringel, habt den schönsten, faulen Sonntag, den ihr euch schnappen könnt und denkt dran: Die meisten Unfälle passieren im Haushalt!

 All you need is sweet, Jessi.

Tellerchen: Große Antikmarktliebe / Blümchen: haben mich beim Einkaufen angelacht. Nachdem ich ein paar fürs Foto abgerupft hatte, ginge diese in Besitz der Terrasse über. Gabel: schönstes Utensil zum vernichten der Köstlichkeiten, ebenfalls vom Antikmarkt.