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Hefekranz

Anderes köstliches

Heissa! Rezept für meine Lieblingslieblings-Mohnkringel

Die Massen applaudieren, aus schwindelerregender Höhe blicke ich herab, sehe Gesichter, die mindestens genauso gespannt sind wie ich auch… Ich schwebe los, springe im Spagat nach oben und lande auf dem Drahtseil, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Geschafft! Früher, als ganz kleine Jessi, da wollte ich Drahtseiltänzerin werden. Im Zirkus oder im Cirque de Soleil. Hauptsache in schwindelerregender Höhe.

Rythmuslosigkeit, zu große Füße und meine nicht ganz so grazile Art ließen den Traum platzen, noch bevor ich das wort Drahtseil buchstabieren konnte. Umso schöner, dass ich heute als kleine Foodbloogerin die Möglichkeit habe, den Traum in der Light Version auszuleben.

Balanciernd zwischen Massivholztischplatte und Retrostuhlkante ziele ich auf das heutige Objekt der Begierde: Diese köstlichen Mohnkringel. Besser gesagt: Meine herzallerliebsten Lieblingsmohnkringel. Den Kameragurt zur Sicherheit fest um meinen Hals fixiert, stelle ich scharf. Hach, die wollen einfach nicht alle aufs Bild. Heute wohl keine Lust auf Mannschaftsfoto. Die übrig zu wünschende Deckenhöhe der geliebten vier Wände hätte mir schon noch ein paar Zentimeterchen nach oben spendieren können, dann würde ich jetzt nicht nur meinen heißgeliebten Dutt plattdrücken, sondern hätte auch keinen Nackenschaden.

mohn kringel toertchenzeit alle

Ich arbeite an der optimalen Inszinierung der kleinen Kringel, zoome…. zoome….stelle scharf…. und knalle. Knalle Kopfüber mitten in den Mohnkringelhimmel. Zum ersten Mal in meinem Endzwanziger Leben weiß ich,  wofür diese bisher völlig überbewertenden Stuhlbeinstopaufkleberdinger gut sind. Sie sorgen dafür, dass Stühle nicht so rutschen. Ach ja richtig. Manchmal wird man sich dem Sinn einiger Sachen erst bewusst, wenn man sie zum ersten Mal gebraucht hätte. Es quasi zu spät ist.

Meine große Vorstellung ist vorbei. Panisch versuche ich Herr der Lage zu werden und mich zu orientieren. Mohnkringel leben – check. Geliebten superduper Antikmarkttellerchen leben – check. Kamera scheint unverwundert – lebt – check. Vorsichtig schaue ich an mir selbst herunter. Alle Gliedmaßen sind an Ort und Stelle, ich sehe keine Trümmerteile im Wohnzimmer. Hei ei ei. Gefühlte acht Minuten nach meinem Unfall kommt Herr Liebling ins Wohnzimmer getrabt, um sich den urgleichlauten Knall zu erklären. Leicht benommen habe ich mich wieder aufgerafft und sehe kaum wichtigeres als die Fotoausbeute zu prüfen. Da hab ich Sekunden vorm Abflug tatsächlich noch ein köstliches Foto in den Kasten bekommen. Na wengistens etwas!

hefe mohn kranz

Bevor weitere Unglücke passieren, hier das Rezept für mindestens acht unwiederstehliche Mohnkringelchen oder einen großen Mohnkringel, ganz wie du es magst.  Hätte ich erwähnt, dass die kleinen so was von köstlich sind, dass ich bereits vor ihrer Ablichtung drei vernichtet habe? Zudem: meag easy peasy und mit den üblichen „hab ich noch zu Hause-Zutaten“ hergestellt.

 Zutaten

  • 480 g Mehl
  • 1 Priese Salz
  • 100 ml Milch, lauwarm
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 30 g geschmolzene Butter
  • 1 Eigelb
  • 80 g Zucker
  • 5 EL Mohnback plus Anteil Milch (steht immer auf der Packung und varriert etwas)

Werkzeuge

  • Teigrolle
  • Backpapier
  • scharfes Messer

Hefe und Zucker in einer Schüssel vermengen und die lauwarme Milch hinzufügen und mit einem Schneebesen vermengen. Für ca. 5 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Blasen gebildet haben. Das Eigelb, die geschmolzene Butter, Mehl und Salz hinzugeben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine vermengen. Alternativ geht das natürlich auch mit den Händen – macht Muckis! Den Hefeteig zu einem großen Ball formen, in eine fettfreie Schüssel legen und mit einem Handtuch bedeckt eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis die Menge sich mindestens verdoppelt hat. Den Ofen nach 45 Minuten auf 190 Grad Umluft vorheizen, den Teig mit den Händen erneut durchkneten (diese dafür am besten vorher nochmals leicht bemehlen) und auf der Arbeitsfläche ein großes Rechteck ausrollen, so dass der Teig ca. 1 cm dick ist.

Den Mohnback mit der vorgegebenen Menge Milch anmischen und gleichmäßig auf der Fläche verteilen. Die Seiten der Länge nach von außen nach innen jeweils bis zur Hälfte stramm aufrollen, in der Mitte der beiden Rollen einen Schnitt mit einem Messer setzen, so dass man zwei einzelene Rollen hat. Die Enden der jeweiligen Rollen andrücken.
Nun je eine Rolle der Länge nach halbieren bzw. vierteln, je nach dem wie dick zu die Kränzchen haben möchtest. Anfängern empfehle ich sie zu halbieren, das ist leichter.

Dann die durchtrennten Hälften am Ende zusammendrücken und mit der offenen Seite nach oben immer wieder übereinander schlagen. Am Ende zu einen Kreis legen. Wer kleinere Kringel möchte, nimmt die geviertelten Stränge und verfährt ebenso.Die Kringel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und für ca.13-15 Minuten backen, bis sie leicht braun sind. Am liebsten warm genießen.

LIEBLINGSTIPP: Du hast kein Mohnback daheim? Nimm doch einfach geliebten Schokoladenbrotaufstrich – flasht auch richtig ab!

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Vielleicht beschäftige ich mich fortan doch lieber mit der „Frontalfotografie“, scheint mir irgendwie weniger lebensgefährlich.

* Diese Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, der Name des männlichen Statisten wurde aus Rücksichtsnahme und Haussegensgründen geändert.

Ich gönn mir jetzt noch einen Kringel, habt den schönsten, faulen Sonntag, den ihr euch schnappen könnt und denkt dran: Die meisten Unfälle passieren im Haushalt!

 All you need is sweet, Jessi.

Tellerchen: Große Antikmarktliebe / Blümchen: haben mich beim Einkaufen angelacht. Nachdem ich ein paar fürs Foto abgerupft hatte, ginge diese in Besitz der Terrasse über. Gabel: schönstes Utensil zum vernichten der Köstlichkeiten, ebenfalls vom Antikmarkt.

Anderes köstliches

Einfach aber OHO: Gefüllter Cranberry- Hefekranz mit Mandeln. Für viel vorweihnachtliche Entspannung- versprochen.

Eben noch schnell… NEIN. Nichts, eben noch schnell. Keinen Stress. Bitte nicht. Es ist doch bald Weihnachten, die schönste Zeit im Jahr. Ich rufe hiermit offiziell zu mehr Gelassenheit in der vorweihnachtlichen Zeit auf. So lasset Euch nicht stressen, entspannt und freut euch- auf die schönste Zeit im Jahr.

Macht es euch doch einfach mal NETT. Seid NETT. Vielleicht backt ihr ja sogar was NETTES. Irgendwas, was unheimlich viel her macht und übermäßige Laute wie „mmmhhh“, *njomnjom* oder schlichte ‚yummys‘ erzeugt.

Dieses kleine, cranberrykrachermäßige Heferkränzchen mit selbiger Füllung ist ein perfekter Begleiter zur Vorweihnachtszeit. Er erfüllt nämlich die drei wichtigsten Kriterien für das perfekte VWG (Vorweihnachtsgebäck):

EINFACHE HERSTELLUNG, WENIGE ZUTATEN, ÜBERMÄßIG GUTES GESCHMACKSPOTENZIAL. CHECK.

  Toertchenzeit cranberry Hefekranz

Zwischenzeitlich hatte ich kurz überlegt das Kränzchen vor lauter Schönheit und Ansehnlichkeit an die Eingangstüre zu hängen. Wirkt ganz schön dekorativ das Teil. Man kann ihm nämlich ganz wundervoll ein Schleifchen umbinden. Zweiteres habe ich in die Tat umgesetzt, denn ich bin wohl ein Schleifaholic. Schleifen gehen immer. Ersteres habe ich dann doch unterlassen, als ich mir gedanklich vorstellte, wie Menschen aus meiner Nachbarschaft an dem weihnachtlichen Hefekranz mit intigrierter Diebstahlsicherung und übermäßig erzeugten Speichelfluss an der Eingangstüre festkleben. Könnt ihr Euch den Anblick auch so herrlich lustig vorstellen wie ich? Hihi.

Toertchenzeit cranberry Hefekranz close

So, jetzt aber ganz gelassen loslegen:

Zutaten für ein großes Kränzchen:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml Milch + 1 EL Milch
  • 50 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen frische Hefe
  • 2 TL Mandelblättchen
  • 1 EL Puderzucker

Für die Füllung:

  • 80 g getrocknete Cranberrys (klein gehackt)
  • 200 g Marzipan
  • 4 EL naturtrüber Apfelsaft

Werkzeuge:

  • Pinsel
  • Backpapier
  • Teigrolle
  • Spritzbeutel

Ofen auf 175 Grad, Umluft vorheizen

Alle Zutaten für den Kranz in einer Schüssel zusammengeben und verkneten bis sie sich verbunden haben. Masse in eine saubere Schüssel geben und mit einem Handtuch abdecken. Eine Stunde an einem warmen Ort aufgehen lassen. Die Teigmasse sollte sich in dieser Zeit verdoppeln.

In dieser Zeit die Füllung vorbereiten. Dazu alle Zutaten dafür in einer Schüssel solange vermischen, bis sich der Saft vollständig in die Masse vermengt hat. Die restliche Wartezeit nutzen, um die Füße ganz entspannt hoch zu legen.

Teig mit etwas Mehl mit den Händen durchkneten und zu einem ca. 50×30 cm großen Rechteck ausrollen. Der Länge nach halbieren. Masse in den Spritzbeutel füllen und diese der Länge nach mittig auf beide Hefestreifen geben und die überlappenden Stellen über der Masse zusammenschlagen. So sollen zwei Stränge entstehen. Backpapier nun unterlegen. Die Stränge dann an den Enden mit etwas Milch zusammenkleben und diese immer wieder bis zum Ende übereinanderschlagen. Dann einen Kranz formen und die Enden erneut „verkleben“.

Den Kranz mit Milch bestreichen, Mandeln darauf geben und ab die Post in den Ofen. Für ca. 20 Minuten backen und ordentlich mit Puderzucker bestäuben.  Am allerliebsten noch warm mit einem herrlichen Stück Butter schmecken lassen.

Toertchenzeit Hefekranz Schnitte Canberra

Ihr liebsten Köstlichschmecker: Bitte, seit entspannt und gelassen. Es ist nur Weihnachten. Die schönste Zeit des Jahres. Das Fest der Liebe.

Toertchenzeit Cranberry Herz

In diesem Sinne:

All you need is sweet,

Eure Jessi.

PS: Amanda Berens hat selbstlos dieses kleine Gebäck vernichtet. Vorher hat sie noch die wundervollen Fotos dazu gemacht. DANKE du Herz.

PS2: Ganz vergessen, hier mein ultimatives Schlagwort für mehr Gelassenheit in der Vorweihnachtszeit: Online shopping. Die beste Erfindung, seit es Geschenke gibt.